Ausstellungen – Vom leibeigenen Bauernbub zum napoleonischen General

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Das Leben Johann Michael Geithers (Ubstadt 1769 – Geinsheim 1834)

Von Dr. Waldis Greiselis

Der Heimatverein Ubstadt-Weiher lud am 7. November 2008 zur Eröffnung der Ausstellung „Johann Michael Geither – Ein Leben in der Zeitenwende“ in die Schalterhalle der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt in Ubstadt ein. In einem einleitenden Kurzvortrag würdigte der damalige Vorsitzende des Heimatvereins Ubstadt-Weiher Herr Dr. Waldis Greiselis diesen aus einfachen Verhältnissen stammenden und bedeutenden Sohn Ubstadts.

Der am 11. November 1769 in Ubstadt im Hochstift Speyer geborene Geither wurde als Johann Michael Geither getauft und war das dritte Kind des Johann Geither und dessen Frau Barbara Klara Schädler. Als Michael Geither diente er bereits mit knapp 15 Jahren (1784 / Landau) in der französischen Armee und stieg nach der Französischen Revolution bis 1798 zum Bataillonschef auf. In dieser Zeit nahm Geither die französische Staatsbürgerschaft an. Von 1806 an war er Oberst der Bergischen Armee und ab 1811 General. Bei der Schlacht an der Beresina verlor er seinen rechten Arm. Als überzeugter Anhänger Napoleons verteidigte er die Festung Landau in der Pfalz noch bis zum Herbst 1815, als der Kaiser bereits nach St. Helena verbannt war. Am 2. Juni 1819 heiratete er mit 49 Jahren in Straßburg seine damals 18–jährige Nichte Eva Elisabeth Anna Geither (*15. Dezember 1800 Geinsheim). Aus der Ehe gingen drei Töchter und ein Sohn hervor. Ein Antrag seines Sohnes Johann Adam Adolf Geither, den Namen Geither auf dem Triumphbogen in Paris anzubringen, wurde 1842 abgelehnt. Geither ist mütterlicherseits Onkel des bayerischen Generals der Infanterie Jakob von Hartmann.

Drei wichtige Stationen auf dem Lebensweg Johann Michael Geithers

Schlacht bei den PyramidenDie Abbildung rechts zeigt die Schlacht bei den Pyramiden, an der auch Johann Michael Geither als Battalionschef teilnahm. Sie fand am 21. Juli 1798 im Rahmen Napoléons Ägyptenfeldzugs zwischen der französischen Orientarmee und den Streitkräften der Mamelucken statt. Dabei wurde das Mamelucken-Heer unter Murad Bey Muhammad vernichtend geschlagen. Die Franzosen hatten mit etwa 40 Toten und circa 300 Verwundeten nur leichte Verluste, während auf der Seite ihrer Gegner über 20.000 Soldaten getötet oder verwundet wurden. Die Schlacht öffnete Napoleon und seinen Truppen den Weg nach Kairo, wo er am 24. Juli 1798 einzog. Zugleich markierte sie das Ende von rund 700 Jahren türkischer Herrschaft in Ägypten. Die Pläne Napoleons, den Nahen Osten unter seine Kontrolle zu bringen, wurden jedoch bereits zehn Tage später durch Nelsons Sieg bei Abukir über die französische Flotte zunichtegemacht.

Schlacht an der BeresinaDie Abbildung links vermittelt einen Eindruck über die Schlacht an der Beresina im Jahre 1812. Die Schlacht an der Beresina nennt man die Kämpfe während des dramatischen Rückzugs der Grande Armée unter Napoleon vor den Truppen des Zaren Alexander I. über die Beresina (ein Nebenfluss des Dnepr in Weißrussland) vom 26. bis 28. November 1812. Diese Schlacht war die letzte im Russlandfeldzug 1812 vor dem Rückzug der französischen Armee über den Niemen am 14. Dezember 1812.

Festung LandauDie Abbildung rechts zeigt die Festung Landau, eine Befestigung vom Typus einer Polygonalfestung in Landau in der Pfalz. Die Arbeiten zur Errichtung vollzogen sich im Zeitraum 1688 – 1691. Im Jahr 1871 wurde die Festung geschleift (d.h. soweit abgetragen, dass sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen konnte), nachdem die völlig überholte Festung 1867 zum Depotplatz erklärt wurde. Erhalten geblieben sind nur einige Gebäude in der Stadt und die Mauern des Forts. Als überzeugter Anhänger Napoleons verteidigte General Geither die Festung Landau noch bis zum Herbst 1815, als der Kaiser bereits nach St. Helena verbannt war. Nachdem die Festung nach dem ersten Pariser Frieden bei Frankreich verblieb, folgte am 3. November 1815 der Zuschlag der Festung als Bundesfestung zum neu entstandenen Deutschen Bund.

 

Quellen
Auszugsweise: Beitrag unseres Mitglieds Dr. Waldis Greiselis
Auszugsweise: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Geither