Die Veränderungen der dörflichen Struktur mit Fotos aus unseren Ortsteilen zu zeigen, ist das Ziel der neuen Reihe. Fotos sind einerseits gute Zeugen der Vergangenheit, andererseits sind sie Zeugen der Gegenwart, um sie für die Zukunft zu erhalten. Wir zeigen jeweils eine historische Aufnahme und stellen dieser ein aktuelles Foto gegenüber. Sie sind herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen, um mit Vorschlägen oder alten Fotos mitzumachen. Ihre Fotos bereichern nicht nur unser Archiv, sie sind auch ein Schatz für unsere nachkommenden Generationen. Diese Seite wird laufend aktualisiert und neue Fotos an oberster Stelle hinzugefügt.

 

 Von Beate Harder | Februar 2021 
Zuletzt aktualisiert November 2022

Ziehen Sie zum Vergleich der Bilder die nachfolgenden Slider nach rechts und links.

Obere Straße in Ubstadt

Fotos: Karl Serden (ca. 1930), HV (2020)

Neunzig Jahre und einige Großbaustellen liegen zwischen unseren heutigen beiden Fotos. Sie zeigen in Ubstadt den Anfang der Oberen Straße in den 1930er Jahren. An der Stelle des Bauernhauses vorne links steht heute die Storchen Apotheke. Das große Haus in der Bildmitte wich dem Neubau der Sparkasse. Rechts ist der alte Aufgang zur Kirche, flankiert durch die großen Bäume, zu sehen.

Ehemaliges Armen- und Gemeindehaus in Stettfeld

Fotos: Konrad Kröll (ca. 1950), Konrad Kröll (2021)

Das historische Foto aus den 1950er Jahren zeigt den Standort des ehemaligen Gemeinde- oder Armenhauses am Marcellusplatz rechts neben der alten Schule/Rathaus. Das Gebäude, vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet, bot für mittellose und schwer vom Schicksal getroffene Menschen Heimat und Unterkunft. Im Zuge der Gemeindeneugestaltung wurde es Anfang der 1970er Jahre abgerissen. Armenhäuser gehörten früher zum üblichen Dorfbild und nahmen verarmte Bewohner aus dem eigenen Ort auf. Finanziert wurden Armenhäuser in der Regel durch Zuwendungen wohlhabender Bürger sowie durch Zuschüsse von Stadt und Kirche. Auf dem Land wurde die Armenversorgung teilweise auch aus dem gemeinschaftlichen Gut (Allmende) beglichen.

Marcellusplatz in Stettfeld

Fotos: Konrad Kröll (ca. 1940), Konrad Kröll (2021)

In unserem wunderschönen Römerdorf Stettfeld scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, zumindest in diesem charmanten Winkel beim Stettfelder Marcellusplatz. Zwischen der Entstehung der beiden Fotos liegen rund 80 Jahre, eine behutsame Instandhaltung und die Erfindung der Farbfotografie. Die St. Marcelluskirche, 1356 erstmals urkundlich erwähnt und im gotischen Stil mit Ausrichtung von West nach Ost erbaut, ist das älteste Gebäude Stettfelds. Heute noch aus der Vorgängerkirche erhalten sind der Turm sowie der alte Chor. 1890 bis 1893 erfolgte die Erweiterung durch ein eingefügtes Langhaus mit Ausrichtung von Süd nach Nord zwischen Turm und altem Chor.

Ecke Hauptstraße/Kastanienweg in Weiher

Fotos: Karl Simon (ca. 1940), HV (2021)

Das Anwesen im Unterdorf an der Weiherer Hauptstraße, Ecke Kastanienweg wurde im Jahre 1864 von Sebastian Bellm als landwirtschaftliches Wohnhaus im Stil der damaligen Zeit gebaut und genutzt. Heute wird es von der 4. Generation der Familie bewohnt. Jede Generation hat das Haus entsprechend ihren Bedürfnissen durch Um- Aus- oder Erweiterungsbauten angepasst. So ist es heute, obwohl die Ansicht von der Ortsmitte her kommend, aus dem gleichen Blickwinkel fotografiert ist, kaum wieder zu erkennen. Das Kreuz wurde im Zuge des Ausbaus des Kastanienwegs an die Ostseite des Fußgängerüberwegs an der Hauptstraße versetzt. Auch der Lautsprecher der Ortssprechanlage an der rechten Ecke wurde wie alle anderen Lautsprecher im Ortsteil Weiher Ende der 60er Jahren entfernt. Das Anwesen ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein Haus den Ansprüche der Familie, der Zeit und den Umständen anpasst.

Ecke Kapellenstraße/Oberdorfstraße in Zeutern

Fotos: Generallandesarchiv (ca. 1900), HV (2021)

Auf unserem schönen Foto aus dem Jahr 1900 sehen wir an der Ecke Oberdorfstraße/Kapellenstraße den schmucken „Engel“, erbaut 1785 im Stil Louis XVI mit schön gearbeitetem Wirtshausschild. Daneben, in der Oberdorfstraße 1 steht ein zweigeschossiges massives Barockhaus mit durchlaufenden Eckpilastern und Walmdach aus dem Jahre 1750. In der Rundnische zwischen den Fenstern des Obergeschosses steht eine barocke Madonna mit Kind, im Schlussstein darüber das Kreuz des Speyerer Bistums. Hier war das Rentamt des Hochstifts Speyer wo der Zehnte eingezogen, Gülten und Steuern verwaltet wurde. Aus verkehrstechnischen Gründen wurde das Kreuz 1970 nach hinten in die Oberdorfstraße hineinversetzt.

Bruchsaler Straße in Ubstadt mit Salzbad

Fotos: Karl Serden (ca. 1935), HV (2021)

Das historische Foto aus den 1935er Jahren ist aus Ubstadt und zeigt die am südlichen Ortsausgang gelegene Bruchsaler Straße. Auf der linken Seite erkennt man gut das Salzbad, noch mit dem ursprünglichen Gebäude. Im Anbau ganz links befanden sich damals die Badekabinen. Im Vordergrund der Schienenstrang der Nebenbahn (Richtung Menzingen).

Nach frühesten Berichten wurde 1871 nahe der Salzquelle das Kurbad mit angeschlossener Gaststätte nebst Fremdenzimmern errichtet, vielen dürfte das erst vor wenigen Jahren abgerissene alte Salzbad noch ein Begriff sein. Noch bis 2003 nutzten die beiden Inhaberinnen Luise und Irma Zimmerer das Wasser der Quelle für die Anwendungen in ihrem alten Bad.

Im aktuellen Foto ist das neue Wohngebiet „An der Salzquelle“ zu sehen.

Hahnenstraße in Weiher, Hausnummern 6 und 8

Fotos: HV 1925, HV 2020

Genau 95 Jahre trennen diese beiden obigen Fotos voneinander. Die Hahnenstraße, auch eine der älteren Straßen in Weiher und auf einem historischen Ortsplan von 1878 bereits mit zwei Gebäuden eingezeichnet, erhielt ihren Namen vermutlich von dem alten Gewannnamen „Hahnenäcker“. Dieser Flurname tauchte erstmalig im Schatzungsbuch (Grundlage für die Besteuerung oder Abgabe) von 1754 auf.

 

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