Weiherer Geistergeschichten

Von Ursula Hohl

Unser Ehrenmitglied und früherer Rektor der Grund- und Hauptschule Weiher, Herr Benno Sischka, hat angeregt, die doch recht beachtliche Zahl der Geistergeschichten, die man sich früher beim „Hopferzopfer“ oder „Tabak auffädeln“ in Weiher erzählt hat, zu sammeln und für die Nachwelt aufzuschreiben. Unsere Ortsteilvertreterin von Weiher, Ursula Hohl, hat diese Anregung aufgegriffen und einen resonanzreichen Aufruf im Mitteilungsblatt gestartet. Denn neben unserem Liedgut und Brauchtum, zeichnen auch die einzigartigen Sagen und Geschichten unsere Heimat aus – nicht zu verwechseln mit Aberglauben. Es wäre schade, wenn diese Geistergeschichten verloren gingen, welche sich unsere Vorfahren zur Unterhaltung erzählten oder um Kindern Angst einzujagen. Wenn Sie uns weitere Geschichten oder Varianten zu den bereits vorhandenen Geschichten zukommen lassen wollen, tun Sie dies gerne über das Kontaktformular oder nehmen Sie an der Diskussion auf Facebook teil.

Der schwarze Hund

Der schwarze Hund

Vor vielen Jahren soll in einer Weiherer Straße ein böser Mann gelebt haben, der keinem Menschen Gutes gönnte und mit jedem zerstritten war.

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Die Leute – und vor allem die Kinder – machten einen großen Bogen um ihn und sein Haus. Oft stand er vor seinem Hoftor und wartete auf Kinder, die von der Schule nach Hause kamen. Er drohte damit, ihnen die Ohren abzuschneiden. Dabei langte er unter seinen Schurz und machte so, als ob er ein Messer hervorholen würde. Schreiend flüchteten dann die Kinder nach Hause.

Nachdem der böse Mann eines Tages gestorben war, tauchte jede Nacht ein schwarzer Hund auf, der sich auf die „Schtaffel“ seines Hauses legte. Seine Augen glühten wie Kohlen und er knurrte die Menschen böse an. Die Menschen fürchteten sich sehr und es wurde gemunkelt, dass es der Geist des bösen Mannes sei. Erst als man eine Muttergottes an der Hauswand anbrachte verschwand der Hund und ward seit dieser Zeit nicht mehr gesehen.

Quelle: Dem Verein bekannte Person

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Axt des Grauens

Die Axt des Grauens

Vor vielen Jahren lebte in Weiher ein Bauer. Eines Abends als der in den Stall ging um seine Tiere zu füttern, hörte er aus der „Scheier“ laute Geräusche.

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Es klang als ob jemand Holz hacken würde, das war jedoch nicht möglich, da der Bauer alleine lebte und niemand in die Scheune kommen konnte. Er fürchtete sich sehr und lief zu seinem Nachbarn der ein mutiger Mann war und zusammen gingen sie den Geräuschen auf den Grund.

Zurück in der Scheune des Bauern war immer noch das geheimnisvolle Hacken zu hören. Sie entdeckten ein Astloch durch das sie in die Scheune schauen konnten und konnten kaum glauben was sie da sahen. Bei dem unheimlichen Anblick blieb ihnen vor Staunen fast das Herz stehen, denn die Axt hackte alleine das Holz.

Sie schauten eine Weile zu, plötzlich fiel die Axt auf den Boden und der Spuk war vorbei.

Quelle: Dem Verein bekannte Person

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Gasthaus Zur Krone

Das Geisterhaus „Gasthaus zur Krone“ und der Mann ohne Kopf

Über kein anderes Gebäude in Weiher gibt es so viele Sagen und Gruselgeschichten wie über das ehemalige Wirtshaus „Zur Krone“ in der Hauptstraße, heute Kirchplatz Fahrradgeschäft.

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Auch zu dieser Geschichte wurden uns mehrere Varianten mitgeteilt. Das ursprüngliche Gebäude stammt wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert. 1935 zog der katholische Kindergarten unter Leitung der Gengenbacher Franziskanerinnen ein. Über poltergeisterähnliches Rumoren berichteten sogar diese frommen Frauen.

Hier die erste Variante:

Das Gasthaus „Zur Krone“ war bei Fuhrleuten ein beliebter Halt wo man gut und deftig essen und reichlich trinken konnte. Immer wieder verschwand aber einer dieser Fuhrleute, was dem Gasthaus mit der Zeit einen üblen Ruf einbrachte. Es wurde gemunkelt, dass des Nachts die Geister der Fuhrleute die Bierfässern im Keller hin und her rollten….

Hierzu eine Variante: immer wieder kam es vor, dass den in der Krone in Weiher eingestellten Pferden über Nacht die Pferdeschwänze zu Zöpfen geflochten waren.

Eine andere Geschichte, die vom kopflosen Soldaten, wurde erzählt: Der Soldat kehrte mit seinen Kameraden im Wirtshaus ein. Mit diesen kam er beim Kartenspiel in Streit und wurde nachts im Schlaf hinterrücks ermordet. Die Sage erzählt, dass er enthauptet wurde. Immer wieder soll in der Folgezeit des Nachts eine schaurige, kopflose Gestalt gesichtet worden sein, der mit schweren Stiefelschritten durch die Stube gestapft sein soll.

Noch eine schreckliche Geschichte rankt sich um das ehemalige Gasthaus: eine junge hübsche Frau soll ermordet und morgens von den Wirtsleuten auf dem Misthaufen gefunden worden sein.

Die Ordensschwestern des späteren Kindergartens sollen des Öfteren über die seltsamen und unheimlichen Vorgänge in ihrem Haus berichtet haben. So waren anscheinend des Nachts immer mal wieder schwere Stiefelschritte zu hören, die Gegenstände auf dem von den Nonnen hergerichteten Hausaltar durcheinander geworfen worden und die aufgeschichteten Holzstapel umgeworfen.

Quelle: Dem Verein bekannte Personen

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Weißes Weibl

S‘ Weiß Weibl, 1850

Am Dutlacher Graben bei der Füllenweide tief im Weiherer Wald musste einst ein Weiherer Mädchen Futter holen, und begegnete dabei einer weißen Frau, dem „weißen Weibl“.

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Die Frau sprach das Mädchen an und erklärt ihr, dass ein Fluch auf ihr liege und sie sie erlösen kann. Großer Reichtum für ihre Nachkommen wäre ihr Lohn, aber ihr Leben wäre verwirkt.

Sie zeigte dem Mädchen einen Kessel voll Gold das ihre Nachkommen bekämen. Sie müsste nur die Schlange, die auf dem Kessel saß küssen, dabei würde sie sterben, aber dann wäre das weiße Weibl erlöst. Das Mädchen lehnte ab, weil sie ihr Leben noch vor sich hatte und das viele Gold sie nicht locken konnte. Das weiße Weibl ging davon und klagte, dass sie nun wieder viele Jahre wandeln muss, bis sie wieder jemand retten kann.

Dazu gibt es die folgende Variante:

Wenn früher die Männer betrunken nach Hause kamen und nach einem Sturz oder einer Schlägerei „blitzerbloo“ waren, dann erzählten sie dass sie dem weißen Weible begegnet wären und diese sie mit einer eisernern Hand gestreichelt hätte!

Eine weitere Variante:

Wer früher noch nach dem abendlichen Angelusläuten im Wald unterwegs war, dem wurde gesagt, dass er sich vor dem Weißen Waibl mit der eisernen Hand in acht nehmen soll.

Quelle: dem Verein bekannte Personen

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Wald

Wälle Gaischt

Dazu wurde uns folgende Geschichte, die auch in Forst bekannt ist, mitgeteilt:

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Zwischen Weiher und Forst, als es noch keine Kreisstraße gab, sondern nur rechts und links Wald war und es den Heidesee noch nicht gab, führte ein schmaler Sandweg durch das „Förster Wälle“, ungefähr auf der Höhe des Heidesees und entspricht dem flächenhaften Naturdenkmal „Eschig“ (Forster Sanddüne). Dort soll früher der „Wälle-Gaischt“ umgegangen sein.

Vor allem die Mütter, die mit ihrem Fahrrad von Weiher nach Forst unterwegs waren – ein Kind saß vorne und eines hinten – mussten im Sandweg schwer in die Pedale treten, damit sie überhaupt vorwärts kamen. Die Mutter brachte das Kind, welches hinten auf dem Fahrrad saß, schnell zum Absteigen, wenn sie mit dem „Wälle-Gaischt“ gedroht hat. Das Kind stieg freiwillig vom Rad und lief durch den Sandweg schnell neben dem Fahrrad her.

Es soll aber auch Erwachsene ohne Kinder auf dem Fahrrad gegeben haben, die aus Angst vor dem „Wälle Gaischt“ die schwierig zu befahrene Sandstrecke dadurch schneller bewältigten.

Quelle: dem Verein bekannte Personen

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Ungeheuer Seebald

Ungeheuer Seebald

Beim „Ungeheuer Seebald“ handelt es sich nicht um eine reine Geistergeschichte, sondern um eine Kinderschreckfigur.

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Damit wurden den Weiherer Kindern – vor allem in der Hahnenstraße – gedroht, wenn sie nicht artig waren oder nicht ins Bett wollten. Vergleichsweise wie mit dem „Nachtkrapp“.

Den Kindern wurde auch gesagt, wo genau das Ungeheuer Seebald wohnte, nämlich in einem alten Baumstumpf in dem Brachland hinter der heutigen Bäckerei Heneka in der Hahnenstraße. Warum das Ungeheuer „Seebald“ hieß konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Quelle: dem Verein bekannte Personen

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