Kochen und Backen wie früher: Rahmnudeln oder „Róhmnuudl“ aus Stettfeld

Rahmnudeln. Foto: Pixabay
Rahmnudeln. Foto: Pixabay

Vielen Menschen konnten wir bisher bereits mit unseren Mundart-Rezepten eine große Freude bereiten. Manchen Menschen aber eher nicht, da sie der Mundart nicht mächtig sind. Mundart von Kindesbeinen an zu lernen ist die einzige Möglichkeit, diese sicher zu beherrschen. Für alle anderen hat unser Stettfelder Mundartbeauftragter Konrad Kröll eine schöne Erklärung und ein tolles Wörterbuch auf unserer Homepage zusammengestellt:

In der Großgliederung der deutschen Mundarten gehört unser Sprachraum zum Südfränkischen. Die Vielfalt der mundartlichen Lautung und des Wortschatzes sind das Ergebnis einer Jahrhunderte langen Entwicklung. Mundarten sind also nicht heruntergekommenes oder schlechtes Hochdeutsch.

Die Mundarten unserer verschiedenen Ortschaften unterscheiden sich nicht nur durch Lautung, Grammatik und Wortschatz, sondern auch durch Sprachmelodie, Sprachrhythmus und Sprechtempo. Die verschiedenen Laute sind mit den vorhandenen Buchstaben oft nicht genau zu bezeichnen, so dass wir z.T. Sonderzeichen verwenden müssen, um die Aussprache zu verdeutlichen. So wird der o-Laut in Róhm (Rahm) mit ó gekennzeichnet.

Regionale Unterschiede gleichen sich jedoch immer mehr an. Vor allem unter den Jüngeren entwickelt sich allmählich eine einheitliche Umgangssprache, die zwar noch deutlich dialektgefärbt ist, sich aber langsam dem Hochdeutschen nähert.

Aus diesem Grunde legen wir großen Wert darauf, unsere Rezepte genau in dem Dialekt des Herkunftsortes zu veröffentlichen. Schaut doch einmal selbst, welche Unterschiede zu Eurem Dialekt unser tolles Stettfelder Rezept hat. Unser Mitglied Theodor Stengel aus Zeutern gerät noch heute ins Schwärmen, wenn er von den Rahmnudeln seiner Stettfelder Urgroßmutter Magdalena Schnepf geb. Veit erzählt.

 
Hier das Rezept im Stettfelder Dialekt:

Schdefflda Róhmnuudl:

1 Pfund Mehl
3 Aia
Ä halwä Tass Wasser
3 Essleffl Eel
1 Kaffeeleffl Salz

Filling: 200 gr. Abgschepfdä Róhm, 100 gr. Rosinä, 100 gr. Zugga, Zimmäd unn Weggmähl un ä vaglebbads Ai

Aus Mehl, Aia, Salz unn Wassa mechd ma än Mauldaschädaig. Der muss so dinn sei, dass ma ä Zeidung durchläsä kónn.

Ma schneid Vieregga wie fa Mauldaschä un mechd uff jedes ä Leffele abgschepfdä Róhm, ä glóóne Hóndvoll Rosinä, Zugga midd Zimmäd unn Weggmehl.

Ausärumm bschdreichd mass midd vaglebbadäm Ai unn dudd dónn jedes Vieregg zuarä Mauldasch zómmäfalde.

Dess gónze dudd ma dónn gónz lóngsóóm än Millich eibrózzlä lassä bis dä Daig waich isch.

 
Das Rezept wird mit einer Schritt-für-Schritt-Foto-Anleitung und in Hochdeutsch in einer neuen Rubrik auf unserer Webseite zu lesen sein, die wir anlässlich „50 Jahre Ubstadt-Weiher“ gegen Ende des Jahres veröffentlichen werden.

Wir hoffen, dass wir bis dahin eine schöne Sammlung Ubstadt-Weiherer Leibspeisen, die schon von unseren Vorfahren zubereitet wurden, präsentieren können, damit die Geburtstagstafel mit Gerichten aus allen Ortsteilen reichhaltig gedeckt ist.

Gerne nimmt die Koordinatorin der Reihe „Kochen und Backen wie früher – Leibspeisen aus Ubstadt-Weiher“, Beate Harder, Ihre Vorschläge entgegen. Tel. Nr. 07251/61569, Mobil/Whatsapp 015756133639.

Fortsetzung der Reihe folgt.

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