Exkursion zum Generallandesarchiv Karlsruhe

Teilnehmer Besuch GLA

Der Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V. unternahm am 26. Februar 2026 mit einer erfreulich großen Gruppe von 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine eindrucksvolle Exkursion zum Generallandesarchiv Karlsruhe. Mit seinen wertvollen historischen Beständen aus über 1200 Jahren zählt das Archiv zu den bedeutendsten deutschen Staatsarchiven. Bereits 1803 als Zentralarchiv des Großherzogtums Baden gegründet, wird es bis heute als „Gedächtnis der Region“ weit über Baden hinaus geschätzt und beachtet.

Schon die räumliche Aufteilung des Archivs beeindruckte die Besucher: Im modernen Anbau befinden sich der großzügige Lesesaal, die Büros sowie ein umfassendes Findemittelregister, das Forschenden eine gezielte Recherche ermöglicht. Das historische Gebäude aus dem Jahr 1903, im Neobarockstil errichtet, beherbergt die eigentlichen Archivschätze – insgesamt ca. 45 Kilometer Akten, Dokumente und Fotografien, die hier fachgerecht verwahrt werden.

Die Gruppe wurde vom stellvertretenden Archivleiter, Herrn Dr. Rainer Brüning, herzlich begrüßt und persönlich durch die Räumlichkeiten geführt. Mit großer Fachkompetenz, anschaulichen Erläuterungen und spürbarer Begeisterung verstand er es, die Besucherinnen und Besucher in die Welt der Archivarbeit mitzunehmen und Geschichte lebendig werden zu lassen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Präsentation einer Urkunde des Bischofs Eberhard von Dienheim (Regierungszeit 1581–1610) aus dem Jahr 1583. In diesem Schreiben forderte er die Gemeinde Ubstadt auf, den Weinzehnt ordnungsgemäß an die Obrigkeit abzuführen. Nachdem diese Aufforderung offenbar ohne durchschlagenden Erfolg blieb, folgte zwei Jahre später ein weiteres, noch offizielleres Schreiben – dieses Mal auf Pergament und mit großem Siegel versehen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war dieser direkte Bezug zur eigenen Gemeindegeschichte besonders faszinierend. Die Möglichkeit, ein solches Originaldokument aus nächster Nähe zu betrachten, stellte einen bewegenden Moment dar. Ebenso beeindruckte die nahezu vollständige Unversehrtheit der über 400 Jahre alten Schriftstücke.

Die 1. Vorsitzende, Beate Harder, sprach Herrn Dr. Brüning ihren herzlichen Dank für die äußerst kompetente und mit viel Herzblut gestaltete Führung aus. Ebenso dankte sie allen Teilnehmenden für ihr großes Interesse und die rege Beteiligung, die diese Exkursion zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis machte.

Einen gelungenen und geselligen Abschluss fand der Tag bei einer gemütlichen und kulinarischen Einkehr in Durlach, bei der das Erlebte noch einmal lebhaft ausgetauscht und vertieft wurde. Die Exkursion wird allen Beteiligten als bereichernder und inspirierender Einblick in die Geschichte – und insbesondere in die eigene Heimatgeschichte – in lebendiger Erinnerung bleiben.

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