Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus ist seit Jahrhunderten das geistliche und bauliche Wahrzeichen von Weiher. Die heutige Kirche wurde zwischen 1870 und 1872 nach den Plänen des Karlsruher Architekten Friedrich Feederle errichtet. Sie entstand im damals modernen Rundbogenstil, der Elemente der romanischen, byzantinischen und italienischen Renaissancearchitektur miteinander verbindet.
Ein besonderer Schatz blieb jedoch vom Vorgängerbau erhalten: Der spätgotische Chor der mittelalterlichen Kirche wurde nicht abgebrochen, sondern als Marienkapelle in den Neubau integriert. Mit seinen kunstvollen Kreuzrippengewölben, den historischen Schlusssteinen mit den Wappen des Bistums Speyer und der Herren von Helmstatt sowie den filigranen Maßwerkfenstern erzählt er von der über 500-jährigen Geschichte des Kirchenstandortes.
Doch die Geschichte reicht noch weiter zurück. Bereits 1308 wird ein Pfarrer in Weiher urkundlich erwähnt, und 1463 ist die Pfarrkirche erstmals schriftlich belegt. Archäologische Funde deuten sogar darauf hin, dass sich an dieser Stelle schon in karolingischer Zeit eine Kirche oder ein Vorgängerbau befunden haben könnte.
Auch die Innenausstattung spiegelt mehrere Jahrhunderte Kunst- und Kirchengeschichte wider. Barocke Altäre, der klassizistische Orgelprospekt, neugotisches Gestühl sowie zahlreiche Heiligenfiguren und Gemälde machen St. Nikolaus zu einem eindrucksvollen Zeugnis der Orts- und Baugeschichte von Weiher.
Bis heute verbindet die Kirche Vergangenheit und Gegenwart und erinnert daran, dass dieser Ort seit vielen Jahrhunderten Mittelpunkt des religiösen und gesellschaftlichen Lebens in Weiher ist.
Text Beate Harder

