Das sogenannte „Brechtsche Haus“ gehört zu den schönsten Fachwerkhäusern im historischen Ortskern von Ubstadt. Errichtet wurde es im Jahr 1688 von Heinrich Klein, der nicht nur Gastwirt, sondern von 1683 bis 1704 auch Schultheiß von Ubstadt war.
Ursprünglich beherbergte das Gebäude das Gasthaus „Zur Goldenen Krone“. Noch heute erinnern die beiden geschnitzten Kronen an den Eckpfosten an diese Zeit. Daneben ist das Wappen des Erbauers zu sehen – ein Arm mit einem Stab, das Amtszeichen des Schultheißen.
Besonders beeindruckend ist das reich verzierte Fachwerk mit seinem vorkragenden Obergeschoss, den kunstvoll gestalteten Brüstungsfeldern und dem zweigeschossigen Giebel. Es zählt zu den qualitätvollsten Beispielen barocker Zimmermannskunst in unserer Region.
Über mehr als drei Jahrhunderte hat das Brechtsche Haus sein ursprüngliches Erscheinungsbild weitgehend bewahrt und prägt bis heute das historische Straßenbild von Ubstadt. Als ehemaliger Landgasthof erzählt es von einer Zeit, in der solche Häuser nicht nur Einkehrmöglichkeiten boten, sondern auch wichtige Treffpunkte des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens waren.
Text Beate Harder

