Von Ralf Heger | September 2026
In unserem heutigen Beitrag werfen wir einen Blick auf die Straßenkreuzung Bruchsaler Straße / Unteröwisheimer Straße und ihre Entwicklung in den vergangenen rund 110 Jahren. In dieser Zeit hat sich vieles verändert – nicht zuletzt, um mit dem technischen Fortschritt Schritt zu halten.
Die Bruchsaler Straße, heute Teil der Bundesstraße 3 (B3), folgt über weite Strecken dem Verlauf einer antiken Römerstraße durch das Rheintal – sehr wahrscheinlich auch im Bereich von Ubstadt. Bereits im Mittelalter war sie eine bedeutende Handelsroute zwischen Basel und Frankfurt.
Um 1901 wurde sie zur Badischen Staatsstraße Nr. 1, ehe sie 1932 offiziell zur Bundesstraße 3 (B3) erhoben wurde. Spätestens ab der Mitte des 19. Jahrhunderts markierte der Kreuzungsbereich zudem die Ortseinfahrt nach Ubstadt – sowohl von Bruchsal als auch von Unteröwisheim kommend.

Restauration E. Weiß an der Abzweigung nach Unteröwisheim. Die Fuhrleute aus dem Kraichtal machten hier gerne Rast, um sich und den Pferden eine Pause zu gönnen, bevor es die Steigung der Straße nach Bruchsal zu bezwingen galt. (um 1920) Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
1713 entstand an dieser Stelle eine kleine barocke Marienkapelle, gestiftet von Schultheiß Johann Hager und seiner Ehefrau Anna Katharina.

Marienkapelle; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
Folgend zwei Abbildungen der Marienkapelle im Jahre 1960.

Marienkapelle; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
Ein Bild aus dem Jahre 1961, vor dem Abbruch der Kapelle, zeigt die bereits weitgehend bebaute Unteröwisheimer Straße.

Marienkapelle; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
1961 vor dem Abbruch der Kapelle wurden die Bäume gefällt. Zu Einsatz kam hierbei die alte Feuerwehrleiter (verschrottet 2024).

Baumfällung vor Abriss Marienkapelle; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
Nach 248 Jahren musste sie 1961 dem Wandel der Zeit weichen.
Als im August 1888 der Patent-Motorwagen Nr. 3 von Karl Benz in Schrittgeschwindigkeit über diese Kreuzung fuhr, war eine Verkehrsregelung noch nicht notwendig. Ebenso wenig zu Ostern 1945, als amerikanische Sherman-Panzer hier zur Einnahme von Unteröwisheim abbogen. Erst gegen Ende der 1960er-Jahre änderte sich dies grundlegend.

Kreuzung in den 60er Jahren; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
In den 60er Jahren wurde die erste Ampelanlage installiert. Ein genaues Datum ist bislang nicht bekannt.

Bruchsaler Straße – Stachus und Kreuzung 1991; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Kreuzung weiter, bis schließlich im März 2009 mit dem Bau eines Kreisverkehrs begonnen wurde.

Bau des Kreisels; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.

Bau des Kreisels; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
Am 30. April 2009 konnte dieser feierlich eingeweiht werden.

Nach der Einweihung; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
Heute präsentiert sich der Bereich als moderner Verkehrsknotenpunkt, der den Anforderungen unserer Zeit gerecht wird.

Kreisel im Februar 2026; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
Nach dem Abbruch der alten Marienkapelle wurde diese im Gewann „Sperbel“ am Waldfestplatz beim Oberen Zeuterner Weg neu errichtet.

Marienkapelle 2022; Foto: Archiv Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V.
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