„Wenn der Nachtwächter ruft – Zwielicht und Zwetschgenschnaps in Zeutern“

Zeutern – Als die Sonne längst hinter den sanften Hügeln des Kraichgaus verschwunden war und sich der Nebel wie ein altes Leintuch über die Gassen legte, erhob sich eine Stimme, die so manchem Passanten einen kleinen Schreck einjagte: „Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen…!“
Nachtwächter Wolfgang Stier, seines Zeichens Hüter der nächtlichen Ordnung und Meister des historischen Wissens, führte erneut eine Schar neugieriger Besucher durch das dunkle Zeutern. Mit Hellebarde und Laterne bewaffnet, erzählte er Geschichten aus längst vergangenen Zeiten – von Sitten und Unsitten, von Schankrechten und Schandflecken.
Doch dieses Mal war etwas anders. Zwischen all den bekannten Gestalten, die in der Finsternis lauerten – dem Geist vom scharfen Eck und der geheimnisvollen Wasserguckerin dem eifrigen Händler – tauchte eine neue Figur auf: Michaela, die Kräuterfrau. Mit einem Korb voller Kräuter, geheimnisvoller Tinkturen und einem charmanten Lächeln verstand sie es meisterlich, den Gästen nicht nur Geschichten, sondern auch ihre letzten Kreuzer zu entlocken. „Heilkräuter gegen Kater, Hexenschuss und schlechte Laune!“
So klang die Nachtwächterführung des Heimatvereins Zeutern bei Fackelschein, Gelächter und einem kräftigen „Prost“ aus – und wer weiß: Vielleicht sieht man den Nachtwächter und seine zwielichtige Truppe bald wieder durch die Gassen ziehen.
Fotos W. Stier
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