Vom Kiesabbau zum Hardtsee – Wie aus einer Grube ein Wahrzeichen wurde

30Wer heute an einem heißen Sommertag den Hardtsee besucht, denkt vermutlich zuerst an Sonnenbaden, Schwimmen oder einen gemütlichen Spaziergang am Wasser. Dabei vergessen wir leicht, dass unser beliebtes Freizeitgebiet ursprünglich gar kein See war.

Der Hardtsee ist das Ergebnis von mehr als acht Jahrzehnten Kiesabbau. Bereits in den 1940er Jahren begann die Firma Kälberer/Reimold mit dem Abbau des begehrten Rohstoffs. Mit Schwimmbaggern wurden Kies und Sand aus dem Grundwasser gewonnen und anschließend über Förderbänder zur Aufbereitungsanlage transportiert. In den Anfangsjahren führte sogar ein kleines Feldbahngleis – im Volksmund liebevoll das „Baggerlochbähnle“ genannt – quer über die Felder bis zum Bahnhof, wo das Material verladen wurde.

Kies gehört bis heute zu den wichtigsten Baustoffen überhaupt. Er steckt in nahezu jedem Betonbauwerk, dient als Drainageschicht und bildet die Grundlage vieler Straßen und Gebäude.

Doch welche Mengen wurden hier eigentlich bewegt?

Rechnet man die Größe des heutigen Sees grob hoch, wurden im Laufe der Jahrzehnte rund 4,8 Millionen Kubikmeter Kies und Sand gewonnen. Eine Zahl, mit der sich zunächst kaum jemand etwas vorstellen kann.

Zum Vergleich: Damit könnte man das Empire State Building fast fünfmal komplett füllen – vorausgesetzt, es wäre innen hohl. Selbst für die berühmte Cheops-Pyramide hätte die Menge noch für nahezu zwei vollständige Füllungen gereicht.

Was einst reine Industriefläche war, entwickelte sich im Laufe der Jahre Schritt für Schritt zu einem wertvollen Landschaftsraum. Nach dem Ende vieler Abbauflächen übernahm die Natur wieder das Kommando. Heute prägen klares Wasser, Schilfzonen und vielfältige Lebensräume das Bild des Hardtsees.

Der Hardtsee zeigt eindrucksvoll, wie sich aus einem wirtschaftlich genutzten Gelände ein Ort entwickeln kann, der heute Natur, Erholung und Freizeit miteinander verbindet – und aus Ubstadt-Weiher nicht mehr wegzudenken ist.

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